07.11.2019

Österreichische Hilfe holt hunderte Kinder von den Straßen Myanmars

SONNE_Jochen Meissner

Jochen Meissner umringt von Straßenkindern bei der Eröffnung. Er sammelte über 17.600 Euro an Spendengeld für das Förderzentrum.

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Die österreichische Hilfsorganisation SONNE-International hat in Myanmar ein neues Förderzentrum für Straßenkinder eröffnet, um künftig noch mehr Kinder mit Bildung zu versorgen und sie so aus den Slums zu holen. Ein Projekt, das ohne die finanzielle Unterstützung von österreichischen Spendern und Fördergebern nicht möglich gewesen wäre.

Wien, 7. November 2019 – Hereinspaziert, heißt es im neuen Förderzentrum für Straßenkinder der österreichischen NGO SONNE-International in Myanmar. Nach nur einjähriger Bauzeit konnte die Schule für Yangons – größte Stadt Myanmars – ärmste Kinder feierlich eröffnet werden. Nur durch die Hilfe von SONNE-International und der lokalen Partnerorganisation können diese Kinder Bildung oder eine Ausbildung bekommen. Viele Straßenkinder waren bei der Eröffnung dabei, um das neue Zentrum zu begutachten und den Gästen einen besonderen Empfang zu bescheren. Vertreter/innen von Sponsoren (z. B. Gerin Druck), der Projektmanager Armin Mösinger, Maria Schaunitzer, die als Projektkoordinatorin in Myanmar vor Ort ist, die lokalen Mitarbeiter/innen sowie die Kinder durchschnitten gemeinsam das rote Band. „Unsere Organisation steht in Myanmar für Hoffnung. Denn für viele Familien, Straßen- und Waisenkinder wäre ohne SONNE jede Hoffnung verloren“, freute sich San San Hla, Obfrau der SONNE Social Organization. „Ich freue mich sehr, dass wir im drittgrößten Elendsviertel Yangons ein eigenes Gebäude errichtet haben. Damit können wir sicherstellen, dass noch mehr Straßenkinder mit Nahrung, ärztlicher Betreuung und Wissen versorgt werden. „Langfristig ist es für uns auch nachhaltiger, ein eigenes Gebäude zu betreiben und nicht mehr von Mieten abhängig zu sein“, ergänzt der lokale Projektmanager Nyein Aye.

Neues Förderzentrum in Yangon

Das neue Zentrum wird täglich bis zu 80 Straßenkinder kostenlosen Zugang zu einem vielfältigen Förderprogramm bieten und ihnen so eine bessere Zukunft ermöglichen. Das ist nicht selbstverständlich in Myanmar. Denn ein Großteil der Kinder aus den Slums muss zum Haushaltseinkommen beitragen und haben keine Möglichkeit für einen Schulbesuch. Gängige Einnahmequellen für Kinder sind: das Sammeln von Müll und Plastikflaschen, Arbeit in Fabriken und Tee-Shops, aber auch Kleinkriminalität und Prostitution. Offiziell dürfen Kinder in Myanmar ab 14 Jahren arbeiten, jedoch sehen sich viele schon im Alter von fünf Jahren gezwungen, ihren Eltern bei deren Arbeit zu helfen. Viele Fabriken ignorieren auch das erlaubte Arbeitsalter. Oft arbeiten Kinder am Fließband und kommen mit gesundheitsschädlichen Stoffen in Kontakt.

Bedingungen, die SONNE-International erfolgreich bekämpft, indem sie bereits seit zehn Jahren Kinder erfolgreich von den Straßen Yangons holt. In derzeit drei Tagesbetreuungsstätten werden täglich 120 Straßenkinder mit Wissen, Nahrung und bei Bedarf auch ärztlich versorgt. Die Kinder werden außerdem bestmöglich auf die Integration in eine öffentliche Schule vorbereitet. Jährlich kann ein Großteil von ihnen wechseln.

Dieses erprobte Erfolgskonzept wird im gerade eröffneten Zentrum ausgebaut. „Endlich können wir viele unserer Projekte zusammenführen. So können wir die Kinder von klein auf bis hin zu einem erfolgreichen Einstieg in das Berufsleben begleiten“, freut sich Maria Schaunitzer, Projektkoordinatorin in Yangon. Im SONNE-Förderzentrum befinden sich zwei Tagesbetreuungsstätten für Straßenkinder. Mindestens zwei Sozialarbeiter/innen kümmern sich um eine ganzheitliche Erziehung der Kinder. Neben Bildung (Lesen, Schreiben, Rechnen, Allgemeinbildung, Englisch etc.) ist spielerische Erziehung ein wichtiger Teil des Angebotes. Denn die Tagesbetreuungsstätte soll neben einem Hort des Wissens vor allem ein Zufluchtsort für die Kinder sein, an dem sie in Sicherheit lernen können. Auch Sport und Selbstverteidigung sind Teil der Ausbildung. Zusätzlich werden internationale Volontäre immer wieder im Förderzentrum arbeiten, um so das Niveau des wichtigen Englischunterrichts zu heben. Durch zusätzliche Lehrwerkstätten können Kinder nach ihrem 14. Lebensjahr einen Beruf oder ein Handwerk erlernen (z. B. Schneiderlehre, Computertraining) und erhalten so eine Chance auf ein geregeltes Einkommen. All diese Maßnahmen holen die Kinder langfristig von der Straße und ermöglichen ihnen einen guten Start in ein selbstständiges Leben.

Unterstützung durch den Abenteurer Jochen Meissner

Wie viele Kinder tatsächlich aufgenommen und betreut werden können, hängt von der Finanzierung und den Spenden ab. Denn jeder Betreuungsplatz ist mit laufenden Kosten verbunden. Für 40 Kinder ist die Finanzierung für ein Jahr bereits garantiert. Der Eigentümer der Reiseagentur „Uncharted Horizons“ fuhr mit dem Rad ab Ende August 3.000-Kilometer durch Asien. Die Strecke führte Meissner durch vier verschiedene Länder und ist vergleichbar mit Wien-Lissabon. Täglich wurden mindestens 100 Kilometer zurückgelegt und dabei 17.689 Euro an Spendengeld für die Straßenkinder gesammelt. Mit nur 15 Euro im Monat ist ein Platz finanziert, mit 30 Euro monatlich bekommt das Kind zwei Mahlzeiten am Tag und bei 50 Euro ist auch die medizinische Versorgung inkludiert. „Ich hoffe sehr, dass wir mit unserer Kampagne genug neue Pat/innen finden werden, damit wir unser Förderzentrum auch langfristig beleben können. Die Straßenkinder in den umliegenden Slums haben ein Recht auf Bildung und ein Leben in Würde“, erklärt Armin Mösinger, Projektmanager von SONNE-International.

Weitere Informationen finden Sie hier.  

Rückfragehinweise:

In Österreich
Armin Mösinger
Projektleiter
moesinger@sonne-international.org

Vor Ort in Yangon
Maria Schaunitzer
Organization Development
maria@sonnesocial.org

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Bilder

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Jochen Meissner umringt von Straßenkindern bei der Eröffnung. Er sammelte über 17.600 Euro an Spendengeld für das Förderzentrum.

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