07.08.2018

„So geht Geschichtsvermittlung 2018“ – MKÖ präsentiert multimediale Wissensvermittlung

Mit der App durch ehemalige KZ-Außenlager
So geht Geschichtsvermittlung 2018

v.l.n.r. Peter Grundmann, Geschäftsführer Hearonymus, Bernhard Jungwirth, Geschäftsführer ÖIAT, Christa Bauer, Geschäftsführerin Mauthausen Komitee Österreich, Willi Mernyi, Vorsitzender Mauthausen Komitee Österreich

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Die Wissensvermittlung, vor allem an Jugendliche, ist ein bedeutender Teil der Arbeit des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ). Heute, in Erinnerung an die Errichtung des KZ Mauthausen vor 80 Jahren und zur Mahnung, launcht das MKÖ die „Mauthausen-Außenlager-App“ mit Informationen, Fotos, Videos zur Geschichte und den Überlebenden. 
 
Wien, 8. August 2018 – Für die Überlebenden des KZ Mauthausen und seiner Außenlager war die Sensibilisierungsarbeit mit Jugendlichen von enormer Bedeutung. Diesen Auftrag haben die Überlebenden auch dem Mauthausen Komitee Österreich bei der Übergabe ihres Vermächtnisses im Jahr 2000 mitgegeben.
 
Das Mauthausen Komitee Österreich arbeitet, gemeinsam mit seinen lokalen Initiativen, bereits seit Jahrzehnten an der wissenschaftlichen Aufarbeitung und an der Vermittlung der Geschichte der ehemaligen Außenlager des KZ Mauthausen. Das Mauthausen-System umfasste neben dem Hauptlager circa 49 Außenlager in nahezu allen Bundesländern Österreichs. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wurde die Geschichte der jeweiligen Orte aufgearbeitet und für die „Mauthausen-Außenlager-App“ aufbereitet. 
 
Christa Bauer, Geschäftsführerin des Mauthausen Komitees Österreich, zur Bedeutung der digitalen Wissensvermittlung: „Nicht nur digital affine Jugendliche, sondern auch historisch Interessierte aller Altersgruppen haben nun die Möglichkeit, alle Orte der KZ-Außenlager virtuell zu besuchen. Das ist ein weiterer Schritt, an die Gräuel des NS-Regimes zu erinnern und ein `Niemals wieder´ zu verbreiten!“
 
Digitale Wissensvermittlung „Mauthausen-Außenlager-App“
 
Mit der neuen App ist es ab sofort möglich, zu jedem einzelnen der 49 Orte, an dem ein KZ-Außenlager bestand, Informationen zur Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers (wie Entstehung, Topographie, Zwangsarbeit, Täter/-innen, Opfer und Schließung bzw. Befreiung) abzurufen. Zusätzlich veranschaulichen historische und aktuelle Fotos, Luftaufnahmen der Orte sowie Kurzvideos und Interviews von Überlebenden die Geschichte der KZ-Außenlager. Die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen erzählen über ihre Erfahrungen und Schicksale sowie über die Zeit nach 1945 und die Bedeutung der Arbeit für ein „Niemals wieder“.  
 
„Digitale Wissensvermittlung ist besonders in der historischen Aufarbeitung ein wichtiger Schritt. Vor allem Jugendliche sind mittlerweile am besten via App oder Social Media zu erreichen. Wenn geschichtliche Inhalte für diese Zielgruppe interessant und interaktiv aufbereitet sind, kann das helfen, gegen Rassismus bzw. Faschismus und Intoleranz zu sensibilisieren. Das Mauthausen Komitee Österreich setzt hier einen wichtigen ersten Schritt mit ihrer App“, so Bernhard Jungwirth, Geschäftsführer vom ÖIAT – Österreichischen Institut für angewandte Telekommunikation. 
 
23 interaktive Touren durch KZ-Außenlager 
 
Die ehemaligen Außenlager können anhand von 23 interaktiven Touren virtuell erkundet werden. Diese bieten weitere Informationen zu den einzelnen Stationen auf dem Areal und können auf dem Smartphone individuell und von überall aus genutzt werden. Das ermöglicht sogar eine Auseinandersetzung mit dem Thema von zu Hause aus.
Zur Vertiefung der Informationen zu Orten ehemaliger KZ-Außenlager kann über das Mauthausen Komitee eine begleitete Tour mit den zertifizierten Mauthausen-Außenlager-Guides gebucht werden. Die Guides sind bereits seit 2011 im Einsatz und begleiten Besucher/-innen der ehemaligen Außenlager vor Ort sowie durch die gesamte Vor- und Nachbereitung. Diese Begleitungen werden an 22 Orten ehemaliger Außenlager durchgeführt: Guntramsdorf/Wiener Neudorf, Hirtenberg, Hinterbrühl, Melk, Redl-Zipf, Lenzing, Vöcklabruck, Gusen I, Gusen II, Ternberg, Großraming, Dipoldsau, St. Valentin, Steyr, Peggau, Wagna/Leibnitz, Bretstein, Schloss Lind, St. Lambrecht, Loibl Nord und Loibl. 
 
Vier Rundgänge in Wien speziell für Jugendliche mit Hearonymus-App
 
Im Zuge der App-Entwicklung hat das Mauthausen Komitee Österreich im Gedenkjahr 2018 ein weiteres digitales Projekt in Kooperation mit Hearonymus gestartet. Denkmäler und Gedenkstätten prägen das Bild der Wiener Innenstadt. Um ihre Geschichte Jugendlichen zu vermitteln, bietet das MKÖ mit „denk mal wien“ thematische Rundgänge durch die innere Stadt an. Die speziell für Jugendliche aufbereiteten Themen und Touren setzen den historischen Fokus auf die Republiksgeschichte sowie die Zeit des Nationalsozialismus mit einem ständigen Gegenwartsbezug.  Die Jugendlichen sollen für aktuelle Problematiken wie Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus sensibilisiert werden und zu Demokratiebewusstsein, Zivilcourage und Miteinander motiviert werden. 
 
Peter Grundmann, Geschäftsführer Hearonymus hält fest: „Wir unterstützen die Arbeit des Mauthausen Komitee Österreich sehr gerne. Einerseits weil uns das Gedenken an die Opfer der Verbrechen des NS-Regimes sehr am Herzen liegt. Andererseits weil Hearonymus für die Wissensvermittlung Smartphones einsetzt und so das Thema auch für die Jugend leicht zugängig und interessant macht. Durch unsere Audioguides für das Handy stehen die Geschichten zu den zahlreichen Denkmälern und Gedenkstätten jederzeit und überall zur Verfügung. 24 Stunden am Tag, weltweit. Und die ergreifenden Berichte der Zeitzeugen können auch noch von kommenden Generationen gehört werden.“
 
Seit 2006 haben mehr als 7.000 Jugendliche das Angebot von „denk mal wien“ wahrgenommen. Die vier erfolgreichen Führungen „Wir sind Heldinnen!“, „Republik und Demokratie“, „Wir und die Anderen“ und „Was ist Österreich?“ gibt es nun auch digital per App bei Hearonymus kostenlos zum Anhören und Erkunden. Hearonymus hat sich auf die Erstellung von professionellen Audioguides auf Smartphones für Kultur und Tourismus spezialisiert, mit aktuell mehr als 500 Guides im Sortiment. Durch diese Kooperation können Jugendliche nun auf eigene Faust die Innenstadt historisch erkunden und sich bilden. 
 
„In den letzten Jahren haben mehr als 104.000 Jugendliche an unseren Projekten teilgenommen. Bei unserer Arbeit mit Jugendlichen ist es uns wichtig, einen Bezug zu den Lebensrealitäten der jungen Menschen herzustellen“, so Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich. „Mit diesen beiden Apps bieten wir einen neuen Weg der digitalen und multimedialen Wissensvermittlung am Handy.“ 
 
Wir bedanken uns sehr herzlich für die finanzielle Unterstützung zur Entwicklung und Umsetzung der App bei der Stadt Wien, dem Zukunftsfonds der Republik Österreich und dem Bundeskanzleramt Österreich. Die „Mauthausen-Außenlager-App“ ist derzeit nur auf Deutsch erhältlich. Sobald weitere finanzielle Unterstützung gefunden wurde, sind weitere Sprachen geplant.
 
Die App steht ab sofort hier zum Download zur Verfügung:
 
 
Fotos und Presseunterlagen finden Sie hier zum Download:
 
Presserückfragen:
Mauthausen Komitee Österreich
Willi Mernyi, Vorsitzender
Mobil: 0664-1036465
Tel.: 01-212 83 33
E-Mail: info@mkoe.at
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