Neue E-LKW und moderne Ladeinfrastruktur bei Müller Transporte
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Bundesminister Peter Hanke (BM für Innovation, Mobilität und Infrastruktur) und die Geschäftsführung von Müller Transporte. Am Foto (v.l.n.r.): Christopher Müller (GF), Angelika Hofer-Orgonyi (CFO), BM Peter Hanke, Fritz Müller (GF). Im Hintergrund die neu in Betrieb genommenen E-LKW-Zugmaschinen von Müller Transporte.
Wiener Neudorf, 05.05.2026 – Anlässlich der Indienststellung von topmodernen E-LKW-Zugmaschinen und einer leistungsstarken LKW-Ladeinfrastruktur vor Ort besuchte Bundesminister Peter Hanke (BM für Innovation, Mobilität und Infrastruktur) am 5. Mai 2026 die Unternehmenszentrale des Transport- und Logistikunternehmens Müller Transporte in Wiener Neudorf (NÖ).
Die Geschäftsführung von Müller Transporte beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit technischen Innovationen und Nachhaltigkeit in der Transportwirtschaft. Neben Investitionen in moderne IT-Systeme zur Streckenoptimierung und zur Reduzierung des Treibstoffverbrauches wurde die Unternehmenszentrale in Wiener Neudorf mit einer leistungsstarken Photovoltaik-Anlage ausgestattet. Zusätzlich wurden kürzlich zahlreiche E-Ladestationen für Firmen-PKW und Privatfahrzeuge von Beschäftigten errichtet, um diesen den Umstieg auf Elektromobilität zu erleichtern.
Bereits im Jahr 2022 hat Müller Transporte im Rahmen eines Pilotprojektes erstmals E-LKW-Zugmaschinen auf Kurzstrecken und im innerstädtischen Pendelverkehr in Wien eingesetzt. Jetzt folgt mit der Anschaffung von E-Zugmaschinen der neuesten Generation ein umfassender Praxistest auf Mittel- und Langstrecken. Das Projekt wird vom Mobilitätsministerium im Rahmen des E-Mobilitätsprogramms „eMOVE Austria“ mit 380.000 Euro unterstützt. Gefördert wurden die beiden E-LKW sowie die dazugehörige Ladeinfrastruktur.
Die Geschäftsführer von Müller Transporte, Fritz Müller und Christopher Müller, sind von der Bedeutung von ausführlichen Praxistests überzeugt: „Mit der Inbetriebnahme der E-LKW und der entsprechenden unternehmensinternen Ladeinfrastruktur an unserem Logistikstandort in Wiener Neudorf sammeln wir wertvolle Erfahrungen für die gesamte heimische Transportwirtschaft“.
Bundesminister Peter Hanke im Rahmen des Betriebsbesuchs in Wiener Neudorf: „Die schrittweise Dekarbonisierung des Schwerverkehrs durch den Einsatz von E-LKW ist eine der zentralen Herausforderungen auf dem Weg zu einer multimodalen, klimafreundlichen Transportwirtschaft. Im Rahmen unseres E-Mobilitätsprogramms „eMOVE Austria“ unterstützen wir Vorzeigeprojekte wie jenes bei Müller Transporte. Dadurch können wir wichtige Erkenntnisse für die Zukunft der Transportwirtschaft gewinnen. Eines ist klar: E-Mobilität ist im Schwerverkehr angekommen und es gibt immer mehr Unternehmen, die dies im Alltag beweisen.“
Im Rahmen des Besuches tauschte sich Bundesminister Hanke mit der Geschäftsführung und den Beschäftigten von Müller Transporte über die bisherigen Erfahrungen beim Einsatz von E-LKW und auch über die damit verbundenen technischen und wirtschaftlichen Herausforderungen aus. Im Zentrum standen dabei die Verfügbarkeit der für den Langstreckenverkehr notwendigen leistungsfähigen Ladeinfrastruktur auf Autobahnen in Österreich und ganz Europa sowie die hohen Anschaffungskosten von E-LKW. Diese sind aktuell noch mehr als doppelt so teuer wie Diesel-LKW.
Christopher Müller: „Durch die effiziente Technologie neuer Elektrofahrzeuge kommt die E-Mobilität jetzt auch im überregionalen Schwerlastverkehr an. Waren bisher E-LKW nur im urbanen Raum gefragt, sind sie inzwischen auch eine ernstzunehmende Alternative für die Langstrecke.“
„Der limitierende Faktor ist aktuell vor allem die Ladeinfrastruktur unterwegs sowie die Stromversorgung großer Unternehmensstandorte und Logistikzentren durch die Energieversorger. Würden wir unsere gesamte Flotte elektrisch betreiben, bräuchten wir aktuell rund 200 Megawatt-Stunden (MWh) Strom pro Tag an unserem Standort in Wiener Neudorf. Das entspricht einer Stunde der gesamten Produktion des Kraftwerks Freudenau pro Tag“, ergänzt Fritz Müller.
„Mautbefreiungen und öffentliche Förderungen, wie jene des Mobilitätsministeriums, sind ein wichtiger Beitrag, um die Elektromobilität auch im Schwerverkehr wirtschaftlich nutzbar zu machen. Wichtig ist nun, dass die Hersteller die E-LKW rasch zu kompetitiven Preisen anbieten, um die Elektromobilität weiter voranzutreiben“, Fritz und Christopher Müller abschließend.
Technische Informationen zu den neuen E-LKW-Zugmaschinen, die bei Müller Transporte nun im Mittel- und Langstrecken-Einsatz getestet werden:
Eingesetzt werden bei Müller Transporte im Rahmen des Testprojektes vorerst je ein Mercedes eActros 600 und ein Scania R400E. Diese modernen E-LKW-Modelle (BEV) versprechen Nutzbarkeit im Fernverkehr durch hohe Reichweite, industrielle Alltagstauglichkeit und im Hinblick auf Gesamtbetriebskosten über die Fahrzeug-Einsatzdauer (TCO).
Mercedes eActros 600:
Antrieb: Elektrische Antriebsachse (eAxle)
Dauerleistung: ca. 400 kW, Spitzenleistung: ca. 600 kW
Drehmoment: > 10.000 Nm (radseitig)
Batterietyp: Lithium-Eisenphosphat (LFP)
Installierte Kapazität: > 600 kWh
Reichweite: bis zu 500 km ohne Zwischenladen
Lebensdauer: ausgelegt auf bis zu 1,2 Mio. km in 10 Jahren
Ladeleistung (DC): bis zu 400 kW (CCS)
Megawatt Charging System (MCS): vorbereitet (zukünftig >1 MW)
Ladezeit: ca. 30 Minuten für signifikante Nachladung (je nach Infrastruktur)
Scania R400E:
Antrieb: Batterieelektrischer Antrieb (BEV)
Dauerleistung: ca. 400 kW
Zentralmotor mit integriertem Getriebe
Batterietyp: NMC
Installierte Kapazität: > 520 kWh
Reichweite: bis zu 400 km ohne Zwischenladen
Ladeleistung (DC): bis zu 375 kW (CCS)
Megawatt Charging System (MCS): vorbereitet (zukünftig >1 MW)
Ladezeit: ca. 45 Minuten für signifikante Nachladung (je nach Infrastruktur)
Über die Müller Transporte-Gruppe – www.muellertransporte.at
Müller Transporte zählt zu Österreichs führenden Transportunternehmen im Bereich temperaturgeführte Ladungen und wurde 1959 gegründet. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Wiener Neudorf (NÖ) am Stadtrand von Wien. An seinen sechs Firmenstandorten in Österreich und dem benachbarten Ausland beschäftigt das Unternehmen 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Müller Transporte trägt seit über 60 Jahren täglich zum reibungslosen Ablauf im Wirtschaftsleben und zur Verfügbarkeit von Waren bei. Transportiert werden vorwiegend Lebensmittel, Obst und Gemüse sowie Pharmaprodukte, bei denen eine temperierte Lagerung sowie Genauigkeit und Hygiene auf dem Transportweg für Hersteller und Endverbraucher entscheidend sind. Müller Transporte zählt bei temperaturgeführten Transporten zu den leistungsstärksten Logistik-Dienstleistern in Zentraleuropa und verfügt über eigene Kühl- und Lagerhallen. Neben dem Stammsitz in Wiener Neudorf verfügt das Unternehmen über Niederlassungen in Wien, Kalsdorf (Stmk), Hörsching (OÖ) und Kuty (SK).
Rückfragehinweis:
Pressestelle Müller Transporte
Agentur: Skills I TEAM FARNER, Jürgen Gangoly
+436642000260, juergen.gangoly@skills.at