29.04.2020

Virtuelles Fest der Freude am 8. Mai 2020 und virtuelle Befreiungsfeier am 10. Mai 2020 beides in ORF III

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Sujet Fest der Freude

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  • Zum ersten Mal findet aufgrund der Covid-19-Pandemie ein virtuelles Fest der Freude statt, das ORF III am Freitag, dem 8. Mai um 18.05 Uhr im Rahmen von „ORF III Spezial“ präsentiert. Weiters ist die Sendung für internationale ZuseherInnen als Livestream unter www.festderfreude.at abrufbar.
  • Das Fest der Freude widmet sich im Jahr 2020 dem inhaltlichen Schwerpunkt „Menschlichkeit ohne Grenzen“.
  • Die Zeitzeugin Erika Kosnar berichtet in ihrer Rede über ihre Erfahrungen unter der NS-Terrorherrschaft und appelliert an ein „Niemals wieder“.
  • Die Wiener Symphoniker präsentieren neben Aufzeichnungen aus früheren Ausgaben des Fest der Freude das "Allegretto" aus Beethovens 7. Symphonie A-Dur op. 92 im zeitgemäßen Split-Screen-Format.
  • Im Rahmen des bereits gestarteten und bis 17. Mai andauernden ORF-Zeitgeschichteschwerpunkts zu 75 Jahre Ende Zweiter Weltkrieg, 75 Jahre Zweite Republik und 65 Jahre Staatsvertrag, widmet ORF III dem Tag der Befreiung am 8. Mai 2020 ab 9.00 Uhr einen ganzen Programmtag mit u. a. Dokumentationen, neuen Zeitzeugenberichten und der Ausstrahlung des virtuellen Fest der Freude um 18.05 Uhr (statt wie ursprünglich angekündigt um 19:10 Uhr).
  • Die virtuelle Internationale Befreiungsfeier des KZ Mauthausen am 10. Mai 2020 mit Themenschwerpunkt „Menschlichkeit ohne Grenzen“ findet von 11:00 bis 12:00 Uhr statt.
  • ORF III zeigt das Fest der Freude und die Internationale Befreiungsfeier bzw. wird für internationale ZuseherInnen ein Livestream unter www.mkoe.at bereitgestellt.

Wien, 29. April 2020 – Am 8. Mai 2020 jährt sich zum 75. Mal die bedingungslose Kapitulation der Deutschen Wehrmacht. An diesem Tag veranstaltet das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) im Gedenken an die Opfer und die Freude über die Befreiung der NS-Terrorherrschaft bereits zum achten Mal das Fest der Freude. Aufgrund der COVID-19-Pandemie findet das Erinnern heuer virtuell statt. Ab 18.05 Uhr ist das virtuelle Fest der Freude an diesem Tag auf www.festderfreude.at und in ORF III zu sehen.

Menschlichkeit ohne Grenzen – damals wie heute aktuell

Dieses Jahr widmen sich sowohl das Fest der Freude als auch die virtuelle Befreiungsfeier des KZ Mauthausen dem thematischen Schwerpunkt „Menschlichkeit ohne Grenzen“. Nach der Befreiung vom NS-Terrorregime und dessen Verbrechen wurde die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ mit dem Ziel, grenzenlosen internationalen Frieden zu erlangen, verabschiedet. Menschlichkeit über alle Grenzen hinweg fordern auch die Überlebenden im Mauthausen Schwur, der nur wenige Tage nach der Befreiung des KZ Mauthausen von KZ-Überlebenden verfasst wurde.

Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitee Österreichs zum diesjährigen Thema: „Auch heute werden wieder Grenzen, Zäune und Mauern errichtet unter dem Argument die ‚Heimat‘ zu schützen. Meine Frage ist, vor wem muss man sich schützen? Vor Menschen die vor Krieg, Hunger und fehlenden Perspektiven fliehen? Unsere Antwort muss Menschlichkeit und Schutz lauten!“

Virtuelles Fest der Freude – ein starkes Zeichen am Tag der Befreiung

Das Mauthausen Komitee Österreich hat mit der Übernahme des Vermächtnisses, den Überlebenden ein Versprechen gegeben. Deswegen kann das Gedenken an die Opfer und die Freude über die Befreiung von der nationalsozialistischen Terrorherrschaft trotz der aktuellen Lage nicht entfallen. Unterstützt von der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, dem Verein GEDENKDIENST und dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes erinnert die virtuelle Veranstaltung am 8. Mai ganz bewusst an die Geschehnisse vor 75 Jahren.

Auch dieses Jahr bilden die Videos und Botschaften zum thematischen Schwerpunkt einen wichtigen Teil des Fest der Freude. Darunter sind: Margaritis Schinas – Vizepräsident der Europäischen Kommission, Dmitrij Ljubinskij – Botschafter der Russischen Föderation, Robert Leigh Turner – Botschafter des Vereinigten Königreiches Großbritannien und Nordirland, François Saint-Paul – Botschafter von Frankreich, Trevor Dow Traina – Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika, Oskar Deutsch – Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Rudolf Edlinger – Präsident des Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Christa Bauer – Geschäftsführerin des Mauthausen Komitee Österreich, Matthias Spadinger – Obmann des Vereins GEDENKDIENST.

Das Highlight der Veranstaltung wird die Rede der Zeitzeugin Erika Kosnar sein. Sie stammt aus einer Wiener Arbeiterfamilie jüdischen Glaubens. Ihre Mutter konvertierte 1931 zum Judentum. Ab 1938 musste Kosnar Beschimpfungen, Schikanen und Gräuel erleiden. Dank des zivilen Muts ihrer Mutter, überlebte sie den Nazi-Terror in Wien.

Eröffnet wird die virtuelle Veranstaltung durch MKÖ-Vorsitzenden Willi Mernyi und Bundespräsident Dr. Alexander Van der Bellen. Zusätzlich gibt es einen Beitrag von Künstlerin Julya Rabinowich. Durch das virtuelle Fest der Freude, das mit der „Ode an die Freude“ von Ludwig van Beethoven einen feierlichen Abschluss findet, begleitet auch dieses Jahr Schauspielerin Katharina Stemberger.

In den vergangenen sieben Jahren setzten mehr als 68.000 Besucher beim Fest der Freude ein starkes Zeichen für ein würdiges Gedenken am 8. Mai, dem Tag der Befreiung.

Musikalische Beiträge der Wiener Symphoniker unterstreichen die virtuellen Feierlichkeiten

Auch die Wiener Symphoniker, die traditionell das Fest der Freude mit einem großen Open-Air-Konzert musikalisch bereichern, sind bei der heurigen, virtuellen Ausgabe vertreten. Neben Aufzeichnungen aus den Jahren 2017 und 2019 spielen die Musikerinnen und Musiker hierfür selbst kurze, eigene Videos ein, die zu einem großen Musikbeitrag zusammengefügt werden. So erklingt zu Beginn der Ausstrahlung die Aufzeichnung der 2019 unter Leitung der Dirigentin Eva Ollikainen gespielten „Fanfare for a Common Man" von Aaron Copland. Die „Ode an die Freude" mit dem Dirigenten Ádám Fischer und der Sopranistin Camilla Nylund aus dem Jahr 2017 schließt die heurige Ausgabe. Eigens für das virtuelle Fest der Freude werden die Wiener Symphoniker zudem den Zweiten Satz „Allegretto" aus Ludwig van Beethovens Siebter Symphonie A-Dur op. 92 präsentieren. Die verschiedenen Instrumente werden dafür einzeln von den Orchestermitgliedern aufgenommen und zu einem gemeinsamen Beitrag zusammengefügt. Neben den musikalischen Beiträgen der Wiener Symphoniker ist auch der Dirigent Alexander Liebreich, der das heurige Festkonzert dirigieren sollte, mit einer Grußbotschaft vertreten.

Jan Nast, seit September 2019 Intendant der Wiener Symphoniker, kommentiert: „Auch in schwierigen Zeiten ist es wichtig, der Geschichte würdevoll zu gedenken: um die Opfer zu würdigen, aber auch um Kraft, Vision und Mut für die Zukunft zu schöpfen. So wollen wir auch dieses Mal beim Fest der Freude mit den Mitteln der Musik gemeinschaftliche Erlebnisse und Erfahrungen zwischen allen Menschen schaffen."

ORF-Programmtag zum Fest der Freude: Ausstrahlung in ORF III

Am Freitag, dem 8. Mai 2020, jährt sich zum 75. Mal die bedingungslose Kapitulation der Deutschen Wehrmacht. ORF III Kultur und Information widmet diesem Anlass einen umfangreichen Programmschwerpunkt, dessen Höhepunkt u. a. das virtuelle Fest der Freude um 18.05 Uhr ist.

Bereits ab 9.00 Uhr widmet ORF III dem Tag der Befreiung einen dokumentarischen Schwerpunkt mit zahlreichen „zeit.geschichte“-Dokumentationen, darunter auch die vierteilige Neuproduktion „Österreich erzählt – Zeitzeugen und Zeitzeuginnen berichten“ (11.10, 13.10, 14.45 und 16.25 Uhr). Diese setzt sich aus Zeitzeugenberichten zusammen, die ORF III im Zuge des landesweiten „Oral History“-Projekts in Kooperation mit der Fachhochschule St. Pölten bereits digital festhalten konnte. Durch das Programm führt ORF-Moderator und -Auslandschef Andreas Pfeifer, der Schauplätze der Dokumentationen besucht und die Ereignisse im historischen Kontext einordnet. Um 19.50 Uhr plant ORF III eine Live-Diskussion der „Nationalratspräsidenten im Talk“ mit ORF-III-Chefredakteurin Ingrid Thurnher. Im Hauptabend steht der österreichische Filmklassiker „Der Bockerer“ (20.15 Uhr) von Franz Antel über das Schicksal des Wiener Vorstadt-Fleischhauers Karl Bockerer (Karl Merkatz) während der NS-Zeit auf dem Programm, gefolgt von weiteren Dokumentationen.

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz: „Auch in herausfordernden Zeiten wie der gegenwärtigen Corona-Krise darf die Erinnerungskultur in Österreich keinen Stillstand erleiden. Daher setzt der ORF als elektronisches Gedächtnis des Landes in diesem, von der Pandemie überschatteten Gedenkjahr 2020 einen besonders umfassenden Zeitgeschichteschwerpunkt anlässlich 75 Jahre Ende Zweiter Weltkrieg und Ausrufung der Zweiten Republik sowie 65 Jahre Staatsvertrag, der allein im Fernsehen mehr als 110 Stunden Programm präsentiert. Besondere Bedeutung dabei haben u. a. Gedenkveranstaltungen wie das Fest der Freude am Tag des 75-Jahr-Jubiläums der Befreiung des KZ Mauthausen, das heuer virtuell stattfinden muss. Umso wichtiger ist, dass der ORF als Rundfunk der Gesellschaft diesem wichtigen Ereignis die größtmögliche Öffentlichkeit für dessen mahnende Botschaft wider das Vergessen bietet.“

Virtuelle Befreiungsfeier des KZ Mauthausen und virtuelle Gedenkwochen

Die europaweit größte Internationale Befreiungsfeier findet am Sonntag, dem 10. Mai 2020, zum ersten Mal virtuell statt. Von 11:00 bis 12:00 Uhr kann international unter www.mkoe.at und österreichweit in ORF III an der Befreiungsfeier teilgenommen werden. Zahlreiche Überlebende werden dabei zu Wort kommen.

Die Befreiungsfeier beginnt mit einer internationalen Begrüßung und der Verlesung des Mauthausen Schwurs in verschiedenen Sprachen. Nach der Begrüßung von MKÖ-Vorsitzenden Willi Mernyi und den Worten des CIM-Präsidenten Guy Dockendorf folgen Video-Statements zum thematischen Schwerpunkt "Menschlichkeit ohne Grenzen" von Überlebenden aus verschiedenen Ländern, Berichte zur Befreiung und der Arbeit für ein "Niemals wieder" – begleitet von musikalischen Beiträgen.

Zusätzlich wird die Internationale Befreiungsfeier von 26. April bis 20. Mai 2020 von virtuellen Gedenkwochen umrahmt. In dieser Zeit werden erstmalig Originalprotokolle der US-Befreier, Kurzvideos von KZ-Überlebenden und Zeitzeugen, Statements von Opferorganisationen, Botschaftern und lokalen Gedenkinitiativen uvm. auf www.mkoe.at, dem MKÖ YouTube-Kanal, der MKÖ Facebook-Seite und auf Instagram vorgestellt.

MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi zur Entscheidung die Befreiungsfeier dieses Jahr virtuell abzuhalten: „Leider ist wegen der COVID-19 Situation eine Feier im gewohnten Rahmen nicht möglich. Eine virtuelle Befreiungsfeier kann keinesfalls der Ersatz für eine Befreiungsfeier in der KZ-Gedenkstätte sein. Aber es ist die beste Möglichkeit gemeinsam, international und unter ganz starker Einbindung von Überlebenden zu gedenken.“

Die zehntausenden Menschen, die jährlich aus dem In- und Ausland angereist sind, darunter die letzten Überlebenden des Konzentrationslagers Mauthausen und seiner Außenlager sowie zahlreiche Jugendliche, sind herzlich eingeladen an den virtuellen Feierlichkeiten teilzunehmen. Weit über 90 Prozent der Opfer waren weder Deutsche noch Österreicher, weshalb das Gedenken an die Opfer des Konzentrationslagers Mauthausen und seiner Außenlager einen besonderen internationalen Stellenwert hat. Die beiden Moderatorinnen Mercedes Echerer und Konstanze Breitebner führen wie gewohnt durch die Veranstaltung – dieses Mal virtuell.

  • Virtuelles Fest der Freude, 8. Mai 2020 um 18:05 Uhr unter www.festderfreude.at oder in ORF III
  • Virtuelle Internationale Befreiungsfeier, 10. Mai 2020 um 11:00 Uhr unter www.mkoe.at oder in ORF III

Weitere Informationen:

Presseunterlagen und Fotos zum Download:

Pressekontakt:
Mauthausen Komitee Österreich
Willi Mernyi, Tel: 0664/1036465, E-Mail: mernyi@mkoe.at und
Christa Bauer, Tel.: 0650/2117085, E-Mail: bauer@mkoe.at 

Wiener Symphoniker
Quirin Gerstenecker, Tel.: 01-589 79-15, E-Mail: q.gerstenecker@wienersymphoniker.at 

ORF-Pressestelle
Ruza Holzhacker, (01) 87878 – DW 14703, E-Mail: ruza.holzhacker@orf.at http://presse.ORF.at
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