19.12.2018

Gutmann Investment Mail
Dezember 2018

Private Equity: Der Blick in den Rückspiegel
Private Equity – Ein Blick in den Rückspiegel

Private Equity – Ein Blick in den Rückspiegel, Gutmann Investment Mail Dezember 2018

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Kann mit Blick in den Rückspiegel investiert werden? Oder, anders ausgedrückt, ist die vergangene Wertentwicklung eines Investments für die heutige Investmententscheidung von Bedeutung? Auf den Aktienmärkten wohl kaum und auch im Private Equity Bereich nur als Basis für weitere Analysen. Wie dies in der Praxis aussieht und was das alles mit Fußball zu tun hat zeigen wir im aktuellen Investment Mail.

Jede Publikation, die ein Finanzinstitut veröffentlicht, enthält die Worte: „Frühere Wertentwicklungen lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investments zu.“ Dieser Satz gilt für jede Anlageklasse. Ohne Einschränkung.

Im Gegensatz zum Aktienmarkt haben die Manager von Private Equity Fonds aber die Möglichkeit, ihre Portfoliounternehmen direkt zu beeinflussen. Grund genug, einen genaueren Blick auf diese Anlageklasse zu werfen.

Wertvergleich
Hamilton Lane ist einer der größten Asset Manager im Private Equity-Bereich. Das US-Investmenthaus hat in seinem jährlichen Marktüberblick eine simple Analyse durchgeführt. Als Basis diente die eigene Datenbank von Private Equity-Fondsmanagern und deren Ergebnisse seit dem Jahr 2000. Auf Grund der Größe von Hamilton Lane liefert diese Datenbank einen aussagekräftigen Querschnitt des Private Equity-Gesamtmarkts. Der durchschnittliche interne Zinssatz („Internal Rate of Return“, kurz: IRR) beläuft sich auf 13 Prozent pro Jahr. Wählt man nur jene Fonds aus, bei denen zumindest einer der beiden Vorgängerfonds unter den besten 25 Prozent im Vergleichsjahr war, steigt dieser Wert auf 15,1 Prozent. Hier wird also naiv unterstellt, dass Private Equity Fonds bloß auf Basis der Wertentwicklung der Vorgängerfonds selektiert werden. Schraubt man nun erneut an den Parametern und zieht nur jene Fonds heran, deren Vorgängerfonds zumindest 30 Prozent des abgerufenen Kapitals zurückbezahlt haben, so verbessert sich der durchschnittliche IRR auf 15,9 Prozent pro Jahr. Das gleiche Spiel ließe sich auch bei der „Loss Ratio“ durchführen – nur mit umgekehrten Vorzeichen.

Dies bedeutet nicht, dass Private Equity-Investoren nur die Vorgängerfonds im Auge behalten sollten. Aber es kann offenbar helfen. Denn der durchschnittliche IRR jener Fonds, die Hamilton Lane für ein Investment empfohlen hat, beläuft sich auf 16,8 Prozent. Die Loss Ratio der empfohlenen Fonds liegt bei 8,1 Prozent – besser als die Durchschnittswerte. Eine Analyse nach den Ursachen für die Wertentwicklung der Vorgängerfonds kann offensichtlich weitere Erkenntnisse liefern, die zu einer besseren Ertragsentwicklung führen.

Ursachenforschung
Die Suche nach der Ursache der Wertentwicklung lässt Private Equity-Investoren oft in die Rolle von Historikern schlüpfen. Denn hier geht es um die Identifizierung der Ursachen anhand folgender Fragen:

• Hatte der Fondsmanager ein perfektes Timing beim Einstieg oder Ausstieg – konnte er also billig einkaufen und teuer verkaufen?
• War die Leistung des Fondsmanagers, das Zielunternehmen bei der Übernahme zu verschulden und anschließend wieder zu entschulden?
• Erzielte der Private Equity Fondsmanager tatsächlich ein höheres Umsatz- und/oder Gewinnwachstum bei den investierten Unternehmen?

Nach der Ursachenforschung sollte sich der Investor eine Meinung bilden, ob eine derartige Wertentwicklung überhaupt wiederholbar ist. Das richtige Timing für den Ein- oder Ausstieg ist wohl kaum wiederholbar, denn es hängt von zu vielen externen Marktfaktoren ab. Und selbst die Verschuldung beziehungsweise anschließende Entschuldung eines Unternehmens ist von Rahmenbedingungen wie etwa der Verfügbarkeit passender Finanzierungen und dem allgemeinen Zinsniveau abhängig, die ein Fondsmanager nicht ausreichend kontrollieren kann.

Gleiches Team, ähnliche Leistung
Geringer ist der Einfluss von externen Faktoren bei den Maßnahmen, die ein Umsatz- oder Gewinnwachstum herbeiführen sollen. Hier kann der Fondsmanager, vor allem wenn die Mehrheit am Zielunternehmen erworben wurde, das Unternehmen bei der Erschließung neuer Märkte, bei Zukäufen von weiteren Unternehmen oder bei der Durchführung von Effizienzprogrammen unterstützen. Diese Schritte erfordern eine gewisse Erfahrung in der Umsetzung. Man kann aber daraus schließen, dass Fondsmanager, die dies in der Vergangenheit erfolgreich getan haben, es wohl auch in der Zukunft können. Daher muss der Private Equity-Investor in Erfahrung bringen, ob das Team eines Fondsmanagers etwa über die gleichen Skills verfügt wie der Vorgängerfonds. Er sollte auch eruieren, wie es um die Motivation des Teams bestellt ist. Sind die Team-Player noch hungrig, wurden neue Mitglieder gut eingebunden und abgewanderte ausreichend nachbesetzt, ist die Nachfolge des Leiters geregelt oder ist ein Nachfolgekonflikt absehbar? Ebenso wichtig ist es, die Fehlerkultur zu hinterfragen: Wo wurden Fehler gemacht und welche Lehren wurden daraus gezogen?

All diese Fragen – und viele andere – sind nur im Rahmen von persönlichen Gesprächen mit dem Fondsmanager zu klären. Erst danach kann der Investor entscheiden, inwieweit die vergangene Wertentwicklung eines Private Equity Fonds als Referenz für die Zukunft dienen kann.

In den Rückspiegel zu schauen macht also in bestimmten Fällen doch Sinn – in Maßen. Wenn man alle Faktoren berücksichtigt, lässt sich mit historischen Untersuchungen eine Investmententscheidung leichter fällen als ohne einer solchen. Eine passende Analogie bietet der Profi-Fußball: Teams, die in der Lage sind, ihre Topspieler zu halten, rechtzeitig junge Talente anzuziehen und diese Talente vom Können und der Philosophie der Topspieler profitieren zu lassen, werden über Jahre konsistent Meisterschaften gewinnen.

Über Bank Gutmann
Die 1922 gegründete Privatbank Gutmann ist auf Vermögensverwaltung spezialisiert und Marktführer in Österreich. Die Bank steht zu 80 Prozent im Besitz der Familie Kahane, 20 Prozent werden von executive und non-executive Partnern gehalten. Derzeit verwaltet Gutmann ein Kundenvermögen von 20,5 Mrd. EUR (Stand per 31.12.2018). Dieser Wert hat sich seit 2008 mehr als verdoppelt. Zu den Kunden zählen in- und ausländische Unternehmer sowie Unternehmerfamilien, Stiftungen, vermögende Privatkunden und institutionelle Investoren. Das Traditionshaus wurde mehrfach als führende Privatbank in Österreich, im deutschen Sprachraum und in den CEE-Ländern ausgezeichnet.

Disclaimer
Dies ist eine Werbemitteilung. Die Anlage in Finanzinstrumente bzw. Investmentfonds ist Marktrisiken unterworfen. Performanceergebnisse der Vergangenheit (insbesondere wenn sich diese auf einen Zeitraum von unter zwölf Monaten beziehen) lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investments zu. Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Berechnungs- oder Rechenfehler und Irrtum vorbehalten. Diese Broschüre wurde von der Bank Gutmann AG, Schwarzenbergplatz 16, 1010 Wien erstellt. Bank Gutmann AG weist ausdrücklich darauf hin, dass diese Unterlage ausschließlich für den persönlichen Gebrauch und nur zur Information dienen soll. Eine Veröffentlichung, Vervielfältigung oder Weitergabe ist ohne die Zustimmung der Bank Gutmann AG untersagt. Der Inhalt dieser Unterlage basiert auf dem neuesten Wissensstand der mit der Erstellung betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Diese Unterlage ist weder ein Angebot noch eine Einladung zur Angebotsstellung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Die erforderlichen Angaben zur Offenlegungspflicht gemäß § 25 Mediengesetz sind unter folgender Website auffindbar: https://www.gutmann.at/impressum.
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