16.09.2018

Gutmann Investment Mail
September 2018

Tech-Aktien: Die Spreu trennt sich vom Weizen oder was unterscheidet Facebook von Google?
Tech-Aktien 2018

Screenshot von App-Symbolen der Technologieunternehmen 2018

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Die Riesen der amerikanischen Technologieaktien sind für einen großen Teil der positiven Performance des amerikanischen Aktienmarktes in diesem Jahr verantwortlich. Ein Teil der Titel musste im Juli nach der Präsentation der Quartalszahlen jedoch herbe Verluste verkraften. Wir analysieren die Gründe dafür und erläutern unsere Investmentstrategie im Hinblick auf Apple, Amazon & Co.

Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google, die Riesen der amerikanischen Technologieaktien, auch bekannt unter dem Akronym FAANG, sind in diesem Jahr für einen großen Teil der positiven Performance des amerikanischen Aktienmarktes verantwortlich.

Meist werden diese Titel als Technologiewerte in einen Topf geworfen. Zwar sind die Produkte aller dieser Unternehmen von moderner Technologie abhängig, jedoch unterscheiden sich die Geschäftsmodelle im Kern erheblich und haben teilweise weniger mit innovativer Technologie zu tun als häufig angenommen.
                      
Tech-Aktie ist nicht gleich Tech-Aktie
Für unsere Analyse haben wir die FAANG-Titel in zwei Gruppen eingeteilt. Auf der einen Seite stehen die – aus unserer Sicht – tatsächlichen Technologiewerte wie Google, Apple und Amazon, aber auch Microsoft. Auf der anderen Seite stehen Unternehmen wie Facebook und Netflix, aber auch Twitter und Snapchat, die wir eher als Medienunternehmen sehen.

Die erste Gruppe von Unternehmen konnte zuletzt exzellente Quartalszahlen berichten, mit stabilen oder steigenden Kursen seit Beginn der Berichtssaison im Juli. Die zweite Gruppe, die Medienunternehmen, enttäuschten teilweise erheblich. Facebook musste, gemessen am gesamten Unternehmenswert, den größten Tagesverlust in der Geschichte des amerikanischen Aktienmarktes hinnehmen. Wie kam es dazu und was bedeutet das für die künftige Entwicklung dieser Unternehmen?

Google versus Facebook
Unsere Sicht der Dinge lässt sich am besten an einem Vergleich zwischen Google und Facebook darstellen. Die Geschäftsmodelle der Unternehmen ähneln sich auf den ersten Blick stark. Beide verkaufen Werbung, die in einem inhaltlichen Kontext zu digitalen Inhalten dargestellt wird. Zusammen dominieren sie den Markt für Online-Werbung.

Auf den zweiten Blick zeigen sich allerdings erhebliche Unterschiede zwischen Google und Facebook. Wir denken, dass Google über das langfristig attraktivere und wettbewerbsfähigere Geschäftsmodell verfügt. Die wichtigsten Gründe dafür sind:
  • Die Motivation als Benutzer auf Google oder Facebook zuzugreifen, ist stark unterschiedlich. Google wird in der Regel als Werkzeug verwendet. Das Kernprodukt, die Internetsuchmaschine, ist häufig eine der ersten Anlaufstellen, wenn eine Kaufentscheidung getroffen werden soll. Einfache Textwerbung ist in diesem Kontext hochgradig relevant. Facebook hingegen wird in der Regel als Unterhaltungsmedium genutzt. Will man beispielsweise einen Sonnenschirm kaufen, lässt sich Google als erste Anlaufstelle nutzen. Ein Werbeinserat für Sonnenschirme bei Google kann so direkt zur Kaufentscheidung führen. Für die Anzeige der gleichen Werbung auf Facebook – etwa neben dem Urlaubsfoto eines Bekannten – ist die Wahrscheinlichkeit allerdings wesentlich geringer, dass der Betrachter gerade eine konkrete Kaufentscheidung treffen möchte. Google sollte daher nachhaltig höhere Werbepreise durchsetzen können.

  • Viele Inhalte werden im Tausch für hohe Reichweite kostenlos auf die Plattform von Facebook gestellt. Facebook generiert seine Umsätze praktisch ausschließlich über Werbung, die neben diesen Inhalten angezeigt wird. Mit der Zunahme von Inhalten fragwürdiger Qualität muss Facebook nun hohe Investitionen tätigen, um die Plattform weiterhin attraktiv für die Nutzer zu halten. Zunächst bedeutet dies vor allem, neue Mitarbeiter einzustellen, die Inhalte prüfen und filtern. Facebook plant, das Team für Sicherheit und die Filterung von Inhalten auf 20.000 Mitarbeiter aufzustocken. Das entspricht einer personellen Verdreifachung in diesem Bereich und ist mit entsprechenden Kosten verbunden. Das Kernprodukt von Google, die Suchmaschine, hat hier erneut den Vorteil, ein Werkzeug zu sein. Sie muss nicht laufend aktuelle, hochwertige und unterhaltsame Inhalte zur Verfügung stellen, um die Benutzer auf der Seite zu halten.

  • Der Erfolg von Google fußt aus unserer Sicht eher auf technologischen Innovationen, während Facebook vor allem aufgrund des Netzwerkeffekts wachsen konnte. Was meinen wir damit? Die Suchmaschine von Google konnte sich gegen den Wettbewerb durchsetzen, weil die Qualität der Suchergebnisse besser ist und die dahinterliegende Software von keinem Wettbewerber mit vertretbarem Aufwand nachgebaut werden konnte. Facebook hingegen konnte sich als Marktführer bei sozialen Netzwerken durchsetzen, weil es die größte Nutzerzahl auf sich vereinigen konnte und es damit das relevanteste soziale Netzwerk wurde. Wir denken, dass der technologische Vorsprung von Google langfristig besser gegenüber Wettbewerbern verteidigt werden kann. Dazu kommt, dass Google nicht nur auf ein Pferd setzt. Während die Umsätze von Facebook praktisch ausschließlich aus dem Werbegeschäft stammen, verfügt Google mit seiner Cloud-Computing-Plattform, dem Play Store und anderen Produkten über nennenswerte Einkünfte neben dem Werbegeschäft. Dazu kommen vielversprechende Produktentwicklungen rund um die Software für autonomes Fahren.
Der Vergleich ließe sich noch fortführen und ist am Ende selbstverständlich vielschichtiger. Auch Facebook ist ein technologisch extrem fortschrittliches Unternehmen, verkauft diese Technologie aber nicht direkt. Facebook hat im Rahmen der Bekanntgabe der Ergebnisse für das zweite Quartal angekündigt, dass das Unternehmen in den nächsten Quartalen einen deutlich höheren Anstieg der Kosten und ein geringeres Wachstum der Umsätze erwartet. Anders gesagt: Facebook muss künftig wesentlich mehr investieren als bisher, um seinen Nutzern attraktive Inhalte auf den Plattformen bieten zu können.

Facebook und Google sind nur ein Beispiel, um die Unterschiede zwischen den beiden Unternehmensgruppen aufzuzeigen. Snapchat, Twitter oder Netflix stehen unserer Meinung nach vor ähnlichen Problemen wie Facebook und die Geschäftsmodelle von Microsoft, Amazon oder Apple weisen analoge Vorteile auf wie die von Google.

Was bedeutet das für unsere Investments?
Wir denken, dass (Social-)Media-Unternehmen wie Facebook, Twitter und Netflix zwar existierende Geschäftsmodelle der Medienbranche aus dem Gleichgewicht bringen. Am Ende verdienen diese Unternehmen jedoch an den Inhalten, die sie bereitstellen und nicht an der Technologie, die sie entwickelt haben.
                      
Technologieunternehmen wie Google, Apple, Microsoft, aber auch Amazon verdienen tatsächlich direkt an den von ihnen entwickelten Technologien. Die Eintrittsbarrieren in diese Geschäftsfelder sind ungleich höher.

Diese Analyse spiegelt sich auch in den von uns verwalteten Aktienportfolios wider. Wir bevorzugen letztere aus den genannten Gründen. Vor Euphorie würden wir trotzdem warnen. Die aktuellen Bewertungen sind nicht unbedingt günstig und unterstellen auch weiterhin hohe Wachstumsraten. Langfristig sollten die Unternehmen mit dem besseren Geschäftsmodell aber klar im Vorteil sein.

Über Bank Gutmann
Die 1922 gegründete Privatbank Gutmann ist auf Vermögensverwaltung spezialisiert und Marktführer in Österreich. Die Bank steht zu 80 Prozent im Besitz der Familie Kahane, 20 Prozent werden von executive und non-executive Partnern gehalten. Derzeit verwaltet Gutmann ein Kundenvermögen von 21,7 Mrd. EUR (Stand per 30.9.2018). Dieser Wert hat sich seit 2008 mehr als verdoppelt. Zu den Kunden zählen in- und ausländische Unternehmer sowie Unternehmerfamilien, Stiftungen, vermögende Privatkunden und institutionelle Investoren. Das Traditionshaus wurde mehrfach als führende Privatbank in Österreich, im deutschen Sprachraum und in den CEE-Ländern ausgezeichnet.

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