„Solidarität hat mich überleben lassen“: Zeitzeuge Daniel Chanoch präsentiert Buch „Erzählen, um zu leben“ Das Buch erscheint in der Schriftenreihe des Mauthausen Komitee Österreich „Edition Mauthausen“. Wien, 13. Mai 2022 – Glaube, Hoffnung und Solidarität haben Daniel Chanoch das Grauen des Nationalsozialismus überleben lassen. Mit 130 weiteren Kindern im Alter von 11 bis 15 Jahren wurde Chanoch von der SS selektiert und über das KZ Dachau weiter in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau überstellt. Die Kinder schafften es, durch enormen Zusammenhalt und gegenseitige Solidarität nicht getrennt zu werden. Dieses und weitere Beispiele von Solidarität, die er in seinem Buch „Erzählen, um zu leben“ beschreibt, sind ausschlaggebend, das Daniel Chanoch den Nazi-Terror überlebte. Woher kam diese Solidarität? Was hätte anders kommen können? Diese Fragen haben Daniel Chanoch zeitlebens beschäftigt. Ans Aufgeben dachte er in den 44 Monaten, in denen er von Nationalsozialisten in Konzentrationslagern inhaftiert war nie, auch als er die letzten Wochen im KZ-Außenlager Gunskirchen "die Hölle" erlebte. „Ich habe immer daran geglaubt, dass ich überleben werde. Ich bin ein Optimist und es war klar, dass der Krieg einmal aufhören muss“, so Chanoch. Das Buch beschreibt aber auch Chanochs Lebensgeschichte und seine Zeit in den KZs. Während der Inhaftierung im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau wurden zwei Drittel aus der Kindergruppe ermordet. Als Auschwitz geräumt wurde, schickte die SS die KZ-Häftlinge auf die berüchtigten Todesmärsche und dann weiter in andere Konzentrationslager. Daniel Chanoch und die überlebenden Kinder der Gruppe kamen ins KZ Mauthausen und wurden am 5.5.1945 im KZ-Außenlager Gunskirchen befreit. Damals war er 12 Jahre alt. Er hat sechs Konzentrationslager überlebt. Heute lebt er mit seiner Familie in Tel Aviv, Israel. Die heute noch lebenden Kinder und Jugendliche der "Gruppe der 131" treffen einander noch immer mindestens einmal im Jahr. MKÖ: Erinnerung der Überlebenden wach halten Das Buch wurde vom Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) vom Hebräischen ins Deutsche übersetzt und in der Schriftenreihe des MKÖ „Edition Mauthausen“ herausgegeben. „Wir sehen in dieser Schriftenreihe auch eine Verpflichtung gegenüber den Opfern des KZ-Mauthausen, in dem wir ihre Geschichte erzählen – viele von ihnen hatten nie die Gelegenheit dazu“, so Willi Mernyi, Vorsitzender des MKÖ. Christa Bauer, Geschäftsführerin des MKÖ, ergänzt: „Wir müssen den Überlebenden zuhören, ihre Erinnerungen festhalten und aus ihrer Geschichte für unsere Zukunft lernen, damit so etwas nie wieder passiert.” Das MKÖ hat es sich zur Aufgabe gemacht, das unermüdliche Wirken der Überlebenden nach ihrer Befreiung, die Erinnerung an die Ereignisse wach zu halten und aktiv für die Werte einer freien, gleichberechtigten und demokratischen Gesellschaft einzutreten, da die meisten von ihnen dies heute nicht mehr tun können. Die Veröffentlichung wurde im Rahmen eines von der Arbeiterkammer geförderten Projekts des MKÖ „Zivilcourage Online“ ermöglicht. Bei einer Befreiungsfeier wird am Sonntag, 15. Mai, ab 11 Uhr in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen der Befreiung der Häftlinge vor 77 Jahren gedacht. Mehr Informationen unter www.befreiungsfeier.at. Weitere Informationen zum Buch und zur Schriftenreihe edition.mauthausen finden Sie hier und hier! Presserückfragen: Mauthausen Komitee Österreich Willi Mernyi, Vorsitzender Mobil: 0664/103 6465 Tel.: 01-212 83 33 E-Mail: info@mkoe.at  Web: http://www.mkoe.at/  http://www.mkoe.at/presse http://www.mkoe.at/gedenk-und-erinnerungsarbeit/gedenk-und-befreiungsfeiern